Warum ich Google+ eine Chance gebe



Google+ – beschwert hatte ich mich ja hier, dass die Einladungen nicht funktionieren und mich Google bald mal kreuzweise kann. ;) Aber nachdem ich gestern auf dem Blog gpluseins.de gelesen hatte, dass wieder neue Besucher in die heiligen Hallen dürfen, probierte ich die die erhaltene Einladung in meinem Postfach erneut aus. Sehr fein, denn nach über einer Woche funktionierte diese dann auch endlich mal.

Bisher habe ich mich nur kurz umgeschaut und mir gefällt´s. Schöner Spagat zwischen Facebook und Twitter. Über die Vorteile, Chancen  (hier auf deutsch)  oder aber warum Google+ keine Chancen gegen Facebook haben sich andere bereits genug ausgelassen. Auch dieser satirische Beitrag von Tapio Liller hat mich zum schmunzeln gebracht. Meinungen, erste Analysen findet man zu Hauf im Netz, das erspare ich euch mal.

Warum ich persönlich Google+ eine Chance gebe

Das Konzept klingt für meine Bedürfnisse stimmig. Aber ich nutze Facebook und Twitter auch eher als Nachrichtenkanal rund um Themen die mich interessieren und weniger für den privaten Austausch. Letzteres nur, wenn es räumliche Entfernungen zu überbrücken gilt. So wie jetzt, wo ich gerade in einer Kleinstadt in Polen arbeite. Ansonsten stelle ich generell private Informationen nicht gern ins Netz.

Was mir besonders an Google+ gefällt, ist das ich das Teilen von Beiträgen deaktivieren kann. Bei Facebook sind meine „Freunde“ ziemlich streng in Listen unterteilt. So oder so poste ich da selbst fachliche Links nicht für alle sichtbar und  mein privates Facebookprofil ist auch via Google nicht zu finden. Dennoch, selbst wenn ich einen Link oder Betrag nur engen Freunden auf Facebook zur Verfügung stelle – wenn diese den wiederrum teilen, tja, dann habe ich Pech. Da nutzen mir die strengsten Einschränkungen in der Privatsphäre bei Facebook rein gar nichts. Das nervt mich, weil ich immer drauf achten muss, was ich poste oder wie ich es formuliere. Klar, ich könnte mit einem gefakten Account arbeiten, aber darauf habe ich keine Lust. Warum auch? Ich gehöre keinen Revoluzzern oder extremen Gruppierungen an, sondern bin einfach nur an Themen rund um Kommunikation, PR und Social Media interessiert. Wirkliche Freundschaften pflege ich noch immer old-school-mäßig und zwar am liebsten face-to-face oder per Telefon.

Facebook bleibt bei mir neben Google+ bestehen, andere sind da konsequenter und wagen den Weggang. Den Nutzerkreis muss Google erst mal aufholen. Aber ich habe Facebook und Twitter in mein Google+ Konto integriert (hier und hier die Hinweise dazu). Nachteile sind dabei, ich kann die Listen nicht separieren kann und WOT bei Links nicht aktiviert ist.

Ich bezweifle auch, dass der Großteil meiner Freunde schon was über den neuen Dienst gehört hat. Da wurde gerade der Wechsel von der StudiVZ-Gruppe zu Facebook vollzogen und der Freundeskreis hat nachgezogen und sich heimisch eingerichtet. Folglich sind die Wechselbarrieren für Normalverbraucher zu Google+ hoch. Schließlich nutzen die meisten soziale Netzwerke überwiegend zum Austausch oder für Spiele. Warum sollte man ein running System ändern?

Ich selbst werde beide Accounts sowie Twitter zunächst beibehalten. Auch weil bei Twitter Suchalgorithmen keine Rolle spielen. Das heißt, ich bekomme nicht zu mir passende Ergebnisse bei der Suche, sondern der Timeline entsprechende Resultate.

Tendenziell will ich zu Google+ wechseln. Weil ich mir davon eine Zeitersparnis erhoffe, denn wenn ich die Minuten fürs Facebook, Feedreader, Alerts und Twitter scannen zusammen zähle, bin ich auch schon außerhalb des Minutenbereiches. ;) Bei Google+ sehe ich das Potenzial mehrere dieser Dinge zu integrieren und ich muss mich nicht mehr von A nach B nach C bewegen und wieder zurück auf A, weil bestimmt wieder was Spannendes passiert ist. ;)

Das Argument, dass ich der Datenkrake damit noch mehr Informationen freiwillig zur Verfügung stelle, zählt für mich nicht. So oder so nutze ich das Internet, damit werden dementsprechend Daten über mich gesammelt. Mein Vertrauen in die Google ist einfach höher.

Nach Deutschland kehre ich in zwei Monaten zurück und damit wird auch wieder der private Austausch via Facebook reduziert.

Sollte wer auf den Geschmack von Google+ gekommen sein, dem empfehle ich die Linksammlung von Bohncore. Jetzt bin ich erstmal gespannt, ob Google+ ein Raum für Nerds bleibt.


About Nicole

Servus, begeistern tut mich eine Menge. Vieles davon ist im Online Bereich angesiedelt, wie Social Media, digitale Tools, Online Business sowie generell Startups. Du findest mich auch auf Google+, Facebook und Twitter.

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